Stornierung der Planungen des TV Derendingen für ein Sportzentrum Tübingen-Süd

01.02.2012

Der Turnverein Derendingen tritt von der Planung, im Rahmen der Stadtentwicklung die Sportanlagen und Funktionsgebäude im Wohngebiet Fuchsstraße auf die andere Steinlachseite kostenneutral umzusiedeln, zurück. Für die Vorstandschaft des TV Derendingen erläutert Bernd Wellhäußer die Gründe.

Im April 2009 haben wir das Projekt begonnen und der Stadtverwaltung – Stadtplanungsamt – im Mai 2009 bereits weitreichende Planungen mit einer ersten Kostenberechnung vorgelegt. Von Anfang an haben wir darauf hingewiesen, dass ein Schwerpunkt der Maßnahme die Bebauung und Arrondierung des Wohngebietes Fuchsstraße ist und somit die Stadtentwicklung.
Ebenso, dass auf der seit 20 Jahren für den Sport vorgesehenen Fläche westlich der Steinlach, „Im Raunswiesen“, nach Vereinskalkulation sogar ein Stadion für die Südstadt, samt dortiger Schulen, sowie ein Neubau der maroden Funktionsgebäude des Vereins möglich sei.

Bis 2011 fanden zwar mehrere Gespräche mit Zusagen und Absagen zu verfügbaren Finanzen und Hinweisen auf Planungen anderer Vereine statt – schlussendlich wurde 2011 mündlich bestätigt, dass eine zwischenzeitlich „verkleinerte“ Version der Planung machbar sei. Aus unerfindlichen Gründen wurde das Projekt aber weiterhin in der Sportplatzplanung geführt und keine konkreten Schritte zur Verwirklichung getan.

Wir haben bereits 2009 darauf hingewiesen, dass der TVD auf Grund des Renovierungsbedarfes der Funktionsgebäude gezwungen ist, in den Folgejahren – spätestens ab 2012, ca. 100 000 Euro zu investieren und wir dieses Geld samt Eigeninitiative lieber in einen Neubau gesteckt hätten.
Hierzu haben wir in der letzten Besprechung 2011 konkrete Aussagen oder Planungsschritte bis Ende 2012 erbeten, die aber von Seiten der Stadt leider nicht erfolgt sind.

In unserer Klausurtagung vom 14.01.2012, mussten wir folglich den Ausstieg aus der Projektplanung beschließen und in eine Renovierungsplanung der Altgebäude einsteigen. Wir können auch nicht die Vereinsmitglieder und unseren Gaststättenpächter in einer Endlos-Warteschleife hängen lassen und den Willen zu dieser Kraftanstrengung ständig hochhalten.

Der Ausstieg belastet mich und das Planungsteam TVD besonders, da der Mehrwert und die Logik der Neuplanung geradezu ins Auge springt und der jahrelange, beharrliche Widerstand der Stadt Tübingen gegen ein machbares Projekt für mich nicht nachvollziehbar ist (Mai 2009 – Januar 2012!).
Mit Blick auf andere, in dieser Zeit priorisiert durchgeführten und angestoßenen Bau- und Entwicklungsprojekten der Stadt, wie Mühlenviertel, Egeria, Wennfelder Garten, aber auch Rückkauf Ruine Blaue Brücke und Bau Fußgängertreppe Mühlstraße, bleibt für mich nur die Erkenntnis, dass der Sport und die Vereine keinen besonders hohen Stellenwert in Tübingen haben. Auch scheint die Stadtverwaltung mit interdisziplinären Projekten zu Stadtentwicklung und Sportstättenbau schlichtweg überfordert zu sein.

Wissenschaftlich begleitete Sportworkshops helfen uns bei dieser Problematik nicht wirklich. Auch die nachweislich gute und zielorientierte Zusammenarbeit mit der Fachabteilung Schule und Sport im täglichen Sportbetrieb tröstet mich für die Zukunftsplanung nur wenig.